Starbucks streikt!

Starbucks streikt!

Starbucks streikt!

Michael Schnitzler 15.02.2017 – 13:51 Uhr Westfälische Rundschau

Bei Starbucks an der Kleppingstraße wurde gestreikt.

DORTMUND. In Dortmund gab es Mittwochmittag etwas, das es seit den frühen 90er-Jahren nicht mehr gab: einen Streik in der Gastronomie. Im Zuge eines Warnstreiks legten Mitarbeiter die Starbucks-Filiale an der Kleppingstraße für eine Stunde lahm. Weitere Streiks auch bei McDonalds, Burger King & Co. könnten folgen.

Von 13 bis 14 Uhr am Mittwoch war die Filiale der Kaffee-Kette Starbucks an der Kleppingstraße dicht: Die Beschäftigten standen mit Trillerpfeifen und Streikwesten draußen, drinnen sorgte ein Streikender dafür, dass wirklich nichts über den Tresen geht.

Unter den rund zwei Dutzend Streikenden draußen befanden sich – in ihrer Freizeit – auch Mitarbeiter anderer Fast-Food-Ketten: McDonald´s, Burger King, Nordsee & Co. Sie alle zählen zur Systemgastronomie, in der in Dortmund 420 bis 450 Menschen arbeiten. Der einstündige Warnstreik war in Dortmund die erste Streikaktion der Beschäftigten, weil sich in den laufenden Tarifverhandlungen nichts bewegt.

Sechs Prozent mehr gefordert

Seit Monaten will die zuständige Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) neue Löhne aushandeln. Die NGG fordert in allen Lohngruppen ein Plus von sechs Prozent. In der untersten Lohngruppe würde das einen Anstieg von 8,60 Euro auf 9,12 Euro pro Stunde bedeuten. Starbucks, McDonald’s und die anderen Unternehmen bieten dagegen eine Erhöhung auf 8,87 Euro an. Das sind nach NGG-Angaben monatlich 5,07 Euro brutto mehr als der Mindestlohn (8,84 Euro pro Stunde).

Auf Missstand aufmerksam gemacht

Diese geringe Erhöhung sei „indiskutabel“, sagt Mika Bozic, Store Manager der bestreikten Starbucks-Filiale an der Kleppingstraße. Starbucks-Kaffee-Getränke kosten im Schnitt um vier Euro – seine Kollegen könnten sich das mit ihrem Lohn kaum leisten, sagt Bozic. „Wir machen auf diesen Missstand aufmerksam.“

Weitere Warnstreiks sind wahrscheinlich

Auch bei der NGG sieht man das Angebot „als Provokation“, sagt der Dortmunder Gewerkschaftssekretär Manfred Sträter. Durch die Warnstreiks, die bundesweit stattfinden, hofft die NGG, dass der BdS „einlenkt und ein besseres Angebot macht“, sagt die zweite Dortmunder NGG-Sekretärin Zayde Torun.

Wahrscheinlich ist, dass es in den nächsten Wochen weitere Warnstreiks, dann auch in anderen Betrieben, gibt. Irgendwann, so Sträter, könne auch ein unbefristeter Streik drohen.